Freitag, 12. Oktober 2007

Meine Gastfamilie und mein (neues) Umfeld

Okay ich fang dann doch einfach mal mit meiner Familie an. Am 4. Sept., also einen Tag nach dem Mount Rainiertrip (siehe unterer Blog) und einen Tag bevor die Schule begann, fand ich dann in den spaeten Abendstunden den Weg zu meiner Gastfamilie. Um meine Familie zu beschreiben muss ich ein wenig weiter ausholen. Mein Gastvater Neal (37), meine Gastmutter Angela (Angie; 44), Gastbruder Ace (2) und meine Gastnanny, bzw. die von Ace, JoNeil (26).

Fangen wir mit dem Herrn des Hauses an. Neal ist ein Broker. Was ist um alles in der Welt ein Broker, habe ich mich mehr als eine Woche gefragt. Bis ich es dann irgendwie kapiert habe, dass es dem Beruf eines Finanzberaters ähnelt. Er verhilft Menschen, die Geld anlegen wollen, zu besseren Angeboten etc. Neal ist aber ein unabhaengiger Berater und hat sein eigenes, kleines Team. Ein kleiner Unternehmer sozusagen.

Meine Gastmutter Angie und Ace muss ich in einem beschreiben. Angie ist auf jeden Fall rund um die Uhr mit meinem Gastbruder beschaeftigt. Dienstags und Donnerstags gehen sie in den Schwimmkurs und Freitags Gymnastik. Ace ist zwar erst zwei Jahre alt, aber kann fuer mein Empfinden schon ziemlich gut Vokabeln lernen, d. h. immer wenn er etwas sieht, was er kennt benennt er es (ist eigentlich immer der Fall) und wenn er etwas nicht kennt, dann fragt er: "What s is?". Er lernt außerdem noch Zeichensprache, sodass er schon, wenn man ihn danach fragt auch die meisten seiner Woerter zeigen kann. Als Lehrerin der Zeichensprache zeichnet sich Angie, die ein Jahr lang Zeichensprache gelernt hat. An Spielzeugen ist Ace glaube ich kaum zu uebertreffen. Er hat soviel, dass es schon schwierig ist genau auszumachen, wo was liegt.


Und nun zu meiner Gastnanny. JoNeil kommt dreimal die Woche Mo., Mitt. und Fr.. Sie ist super nett und hat mir schon mit den schwierigsten Dingen hier geholfen, sodass mir viele dinge erleichtert worden sind.

So, wo wohne ich eigentlich? Ich wohne im Nordwesten der USA in Washington State, Gig Harbor. Gig Harbor ist mit der schoenste Ort, den man sich vorstellen kann.

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Wir leben hier auf einer Halbinsel, namens Peninsula (jetzt werden bestimmt einige sagen „häh das ist doch kein Name fuer eine Halbinsel“. Grund dafür: Die Übersetzung von Peninsula ist Halbinsel!!!). Wir sind vom Wasser umzingelt, d.h. nicht mehr als zweihundert Meter Luftlinie von jeder Seite des Hauses aus. Was natuerlich nicht heisst, dass ich das Wasser sehe. Das liegt daran, dass hier mega hohe Baeume ueberall im Weg stehen. Im Moment leben wir am Point Fosdick, einer kleinen Landzunge von Peninsula. Im Juni 2008 werden wir nach Canterwood umziehen. Canterwood ist einfach nur eine andere Wohnsiedlung in Gig Harbor, wo meine Gastfamilie momentan ein Haus baut.

Das Haus in Canterwood. Hier werden die Haeuser eben aus Holz gebaut!

Das Wetter im August und der ersten Haelfte vom Sept. war richtig schoen sonnig. Nun ist diese Region aber bekannt für das Gruene, also was folgt wisst ihr bestimmt schon: REGEN!!! Es ist kein starker Regen, aber es ist halt so, dass seit Mitte Sept. der Himmel noch kein einziges Mal klar war. Es gibt immer mal Nieselregen und es ist sehr oft nur nebelig.

Das war noch ein klarer Tag!!!

Aber man gewoehnt sich ungewoehnlich schnell dran.

Ich wuerde sagen mit der Familie und der Region hat es mich schon echt gut getroffen und ich hoffe, dass wenn ihr mal die Moeglichkeit bekommt in den Nordwesten zu kommen diese nicht verpasst.

Maenner WG auf Wandertour

Es ist zwar schon eine Ewigkeit vergangen, aber dieser Ausflug ist immer noch einen Blogeintrag wuerdig.

Unsere Maenner WG: Andy(Deutschland), Tony (unser Local Coordinator), Jarek(Polen), Raphael(Brasilien) und ich.


Wir machten uns am 9. Sept. auf den Weg um den Mount Rainier zu erkunden. Es war nicht unbedingt der schoenste Tag aber es hat auch nicht geregnet also sollten ich mal lieber nicht meckern. Die Fahrt verging dann doch etwas schlaefrig, weil die drei Wochen Urlaub in Tony's Haus hatten uns dann doch schon an einen gewissen Schlafrhytmus gewoehnt.


Als wir letztendlich aufwachten war das grosse Ding, was wir in der Groesse immer nur erahnen konnten, doch schon ein ganzes Stueck naehergerueckt. Es war schon ueberwaeltigend, gerade weil ich ja sonst nicht so der Gebirgstyp bin und z.B. die Alpen nur aus dem Flugzeug bisher gesehen habe.

Wir haben uns dann schoen auf den Weg gemacht und sind erst einmal ein wenig herumgewandert. Eine echt schoene Gegend rundherum um den grossen Berg. Leider muss ich euch (bzw. mich) enttaeuschen, ich war nicht auf dem Gipfel und ehrlich gesagt auch nicht nahdran! Die haben uns dort erzaehlt, dass auf solche Onkels (4400m) nur wirklich gut durchtrainierte und erfahrene Bergsteiger rauf koennen (wo ja eigentlich nichts bei mir dagegen spricht;-))

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Nichtsdestotrotz hatte ich auch meine kleinen Gipfelerklimmungen(betonung auf klein).

Weil der Berg ja nicht alleine in der Welt steht, haben sich die Leute hier halt gedacht, machen wir doch mal einen Nationalpark drumherum und lassen das ganze mal verwildern. Manchmal haben die Amerikaner halt die einfachsten und besten Ideen. Dort waren unzaehlige schoene Wasserfaelle von dem Gletscherwasser und viele wunderschoene Aussichtspunkte.

In diesem Blog sind nur einige von wirklich unzaehligen Aussichten enthalten, die aber wenn ich das hinbekomme in eine schoene Onlinegalerie kommen werden.

Ich hoffe, auch wenn der Blog wirklich spaet kommt, dass ihr ihn geniessen koennt. Guter Wein muss schliesslich auch erst reifen;-)